Stiefkindadoptionen in nichtehelichen Familien – Kindeswohl muss im Mittelpunkt stehen

Dortmund, 28.01.2020. „Unsere Fachpraxis in den Adoptionsvermittlungsstellen in katholischer Trägerschaft zeigt, wie entscheidend eine ausreichende Vorbereitung und Begleitung für alle an einer Adoption Beteiligten ist“, stellt Hildegard Eckert, Bundesvorsitzende des SkF fest. „Oftmals müssen Stieffamilien dafür erst gewonnen werden“, so Eckert weiter. 

Der SkF begrüßt, dass sich der Gesetzentwurf auf die Öffnung der Stiefkindadoption für nichteheliche Partnerinnen und Partner beschränkt. Nichtehelichen Paaren gleichzeitig den Zugang zur Fremdadoption zu öffnen, würde adoptionsspezifische Qualitätskriterien verringern. Dafür müsste ein gesondertes Verfahren entwickelt werden. 

Grundsätzlich ist der Gesetzentwurf „Gesetz zur Umsetzung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 26.03.2019 zum Ausschluss der Stiefkindadoption in nichtehelichen Familien“ nach Ansicht des SkF überzeugend. „Allerdings“, so Hildegard Eckert, „bleiben Lücken bei der Finanzierung der nachgehenden Begleitung aller an der Adoption Beteiligten.“ Daher begrüßt der SkF die zusätzlich im Adoptionsgesetz geplante Einführung eines Rechtsanspruches.  

Über das konkrete Vorhaben hinaus appelliert der SkF an den Gesetzgeber, eine Verbesserung der rechtlichen Ausgestaltung und Absicherung sozialer Elternschaft von Stiefelternteilen zu prüfen. Der SkF geht davon aus, dass dies vielen Stieffamilien als Alternative zur Stiefkindadoption sehr entgegen kommen würde.
 
Die vollständige Stellungnahme ist auf www.skf-zentrale.de zu finden.


Nadine Mersch
Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V. 
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