Platzmangel in Frauenhäusern

Zufluchtsorte für gewaltbetroffene Frauen besser ausstatten.

Zum internationalen Tag der Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November weist der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) darauf hin, dass immer wieder von Gewalt bedrohte Frauen nicht in Frauenhäusern aufgenommen werden können, weil die Plätze nicht ausreichen oder die Finanzierung nicht gesichert ist. Das ist aus Sicht des Frauenwohlfahrtsverbandes ein Skandal, der beseitigt werden muss. Der SkF setzt sich dafür ein, dass gewaltbetroffene Frauen in Frauenhäusern und Fachberatungsstellen verlässlich geschützt und bedarfsgerecht beraten werden.

Gewalt gegen Frauen findet täglich in Partnerschaften statt. Die schwerwiegenden gesundheitlichen und sozialen Folgen von Gewalt betreffen nicht nur die Frauen, sondern ebenso deren Kinder. Letzter Ausweg ist häufig das Frauenhaus. Hier finden Frauen mit ihren Kindern Schutz, wenn sie ihr Zuhause verlassen müssen. Dort erhalten sie Unterstützung bei der Entwicklung von Perspektiven, um weiteren Gefährdungen zu entgehen.

Seit langem ist jedoch der Zugang zum Hilfesystem nicht für alle gewaltbetroffenen Frauen und deren Kinder gesichert. Häufig ist es schwierig, einen freien Platz in einem Frauenhaus zu bekommen. Allein im Jahr 2015 konnten in den  katholischen Frauenhäusern bundesweit über 6.200 Frauen zum Zeitpunkt ihrer Anfrage nicht aufgenommen werden. In etwa der Hälfte der Fälle waren die Frauenhäuser überbelegt. Aber es gab auch etliche Fälle, bei denen keine Kostenübernahme der Sozialleistungsträger vorlag. Um diese Missstände zu beseitigen, fordert der SkF einen bundesgesetzlichen Rechtsanspruch, um gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder endlich besser zu schützen.