Historie

SkF-Gründerin Agnes Neuhaus

geboren: 24. März 1854 in Dortmund
gestorben: 20. November 1944 in Soest

Mitglied der Weimarer Nationalversammlung 1919/20 für den Wahlkreis Ansberg. Besonderes Engagement für die Verabschiedung des Reichsjugendwohlfahrtgesetzes 1924.

Weitere Mitgliedschaften im Zentralvorstand des Deutschen Caritasverbandes, des Katholischen Deutschen Frauenbunds und in der Reichskommission des Allgemeinen Fürsorge-Erziehungstags.

 

1900
Offizielle Gründung der Vereine vom Guten Hirten in Koblenz, Köln, und Aachen am 08. Dezember 1900

1901 / 1902
Änderung des Verbandsnamens in Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen und Frauen

1903
Erneute Namensänderung in Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder. Gleichzeitig Treffen der Vorsitzenden der bestehenden Vereine zu einem ersten Vereinstag. Konstitution als Verband (als loser Zusammenschluss) mit Zentrale in Dortmund.

1905
Erste Generalversammlung in Dortmund

1907
Zweite Generalversammlung in Düsseldorf, Annahme der Satzungen für die Ortsgruppen und den Gesamtverein, damit Konstitution des Gesamtvereins

1911
Erste Vorsitzende des SkF Koblenz Frau Julie Reichensperger

1919
Agnes Neuhaus Wahl in die Nationalversammlung und später in den Reichstag. Wesentliche Einflussnahme von Agnes Neuhaus auf das 1922 verabschiedete Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG)
„Fürsorgerinnen der gefallenen und gefährdeten Mädchen“ (Schützlinge)

1921
Die erste ausgebildete Fürsorgerin wird von Dortmund nach Koblenz entsandt. Fräulein Lellmann ist erste Geschäftsführerin des SkF Koblenz. Schwerpunkte: Übernahme von Vormundschaften, Pflegschaften -und Fürsorgepflichten für Kinder und Jugendliche.

1929
Umbau vom reinen Fürsorgeverein zur Aufnahme in ein Unterbringungsheim „für Kinder, alleinstehende Schwangere und Mütter“. Das „Juliaheim“ (genannt nach der 1. Vorsitzenden Julie Reichensperger) befindet sich in der Clemensstraße 7 in Koblenz.

1933-1945
Massive Einschränkung der Arbeit und Verfolgung durch die NS-Behörden, Verbot der Adoptionsvermittlung (1939).

1939
Die „Kriegswirren“ treffen den SkF Koblenz. Das Juliaheim wird vollständig zerstört. SkF und Caritas arbeiteten im Schutzauftrag für Kinder und Frauen zusammen.

1944
Tod der SkF-Gründerin Agnes Neuhaus

1949
Planung Bauvorhaben eines neuen Juliaheimes in der Kurfürstenstraße 87 in Koblenz.

1950
Richtfest

1951
Einweihung

Schwerpunkte der Arbeit im SkF Koblenz / Wohnstätte für:
Strafentlassene (durch die Polizei aufgegriffene Mädchen und Frauen, sowie Jungen bis zum 12. Lebensjahr
Strafentlassene ohne Obdach
Psychisch kranke und auch geschlechtskranke Menschen, ohne Obdach
Schwangere und junge Mütter ohne Obdach

ab 1953
Bezeichnung des SkF Koblenz als „Offizielles Landesaufnahmeheim für weibliche Flüchtlinge aus der sowjetisch besetzten Zone (SBZ)“. Der Name „Juliaheim“ gilt weiterhin als Zufluchtsort für Menschen in Bedrängnis und Ausweglosigkeit.

1962
Die „offene Fürsorge“ ist im Juliaheim mit vier hauptamtlichen Mitarbeiterinnen für die Fachbereiche: Familien- und Jugendhilfe, Adoption- Pflege und Vormundschaften für Minderjährige und erwachsene Frauen besetzt. (Außendienstleistung: Überprüfung der Lebensverhältnisse unehelicher Kinder)

1975
Frau Susanne Hermans (Landtags-Vizepräsidentin a.D.) wird Vorsitzende des SkF Koblenz. Durch ihren politischen Einsatz und ihr soziales Engagement innerhalb von Koblenz und weit darüber hinaus, beginnt der Aufschwung des SkF Koblenz. Ehrenvorsitzende von 1994 bis zu ihrem Tod 2013. Spätere Gründung der
Susi Hermans Stiftung im Jahr 2014.

1976
Modernisierung der internen Strukturen. Neue Aufgabenbereiche kommen hinzu:  Schwangerschaftskonfliktberatung (§218) /Anerkennung als gesetzliche Beratungsstelle, der Allgemeine Soziale Dienst, der Adoptions- und Pflegekinder-dienst, sowie Vormunds- und Pflegschaften.

1981
Ausbau des Kellers zur Nutzung als Obdachlosenunterkunft für Frauen und Kinder.

1987
Frau Dr. Christiane Zakrzewski wird Geschäftsführerin des SkF Koblenz.  Aufgrund hervorragender Netzwerkarbeit und hohem Engagements, gelingt ihr der gezielte Ausbau der Beratungslandschaft sowie die Erweiterung der Mitarbeiterschaft von 5 auf über 25 Fachkräfte.

1992
Gründung der SkF-Betreuungsvereine für die Stadt und den Kreis Mayen Koblenz.

1994
Frau Marie-Theres Hammes-Rosenstein wird erste Vorsitzende des SkF Koblenz und bleibt dies bis zu ihrer Wahl zur Bürgermeisterin der Stadt Koblenz im Jahr 2006.

1998
Übernahme des Frauenhaus Koblenz als Trägerverein (Gewaltschutzbereich) mit einstimmiger Befürwortung aller Stadtratsfraktionen.

2006-2008
Übergangsweise erste Vorsitzende Susanne Hermans.

2007
Eröffnung der Interventionsstelle (Gewaltschutzbereich), Löhr Straße.

2008
Wahl von Frau Margret Schneider zur ersten Vorsitzenden.
Erweiterung des Beratungsangebotes in der Kinder- und Jugendhilfe bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung (§ 8a SGB VIII).

2009
Eröffnung des Beratungsladens für Frauen (Gewaltschutzbereich), Görresplatz.

2012
Etablierung Verfahrensbeistandschaft (§ 158 FamFG) zur Interessenvertretung von Kindern- und Jugendlichen in gerichtlichen Verfahren.

2017
Angebot der psychosozialen Prozessbegleitung (Gewaltschutzbereich), Moselweisser Straße.