Frauen sind immer noch benachteiligt

SkF drängt auf gleiche Verwirklichungschancen für beide Geschlechter Bad Salzdetfurth, 22.06.2017.

Am Rande der heute beginnenden Delegiertenversammlung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Bad Salzdetfurth drängt SkF Bundesvorsitzende Dr. Anke Klaus darauf, dass die Empfehlungen und Forderungen des zweiten Gleichstellungsberichts der von der Bundesregierung eingesetzten Sachverständigenkommission umgesetzt werden.

„Männer und Frauen haben heute immer noch nicht die gleichen Verwirklichungschancen im Leben“, so Dr. Anke Klaus, „so übernehmen Frauen eineinhalb Mal mehr unbezahlte Sorgearbeit wie Männer, das entspricht pro Tag im Durchschnitt 87 Minuten.“ Tatsächlich arbeiten Männer häufiger in Vollzeit und Frauen häufiger in Teilzeit, um Zeit für Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen zu haben – was sich stark auf die Höhe der späteren Rentenzahlung auswirkt.

Die Sachverständigenkommission kommt zu dem Schluss, dass ungleiche Verwirklichungschancen zu einem wichtigen Teil auf Diskriminierungen, Gewalt, strukturelle Benachteiligung sowie gesellschaftliche Stereotypen urückzuführen sind. Sie schlägt konkrete Maßnahmen wie den Ausbau der Kinderbetreuung und eine geschlechtergerechte Bewertung von Tätigkeiten sowie gleiches Entgelt für Männer und Frauen vor. Der SkF fordert in diesen Punkten ebenfalls ein Umdenken.

Die Bundesregierung will die Empfehlungen der Sachverständigen intensiv diskutieren. Nach ihrer Auffassung sind wichtige Schritte für mehr Gleichstellung zum Beispiel die Aufwertung sozialer Berufe und die Schaffung weiterer Spielräume zugunsten von Familien für mehr Zeitsouveränität.

Nadine Mersch, Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V.
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